Das Salzburger Franziskanerkloster

Sprechende Häuser

Seit 2011  gibt es in Salzburg die Institution der Sprechenden Häuser. Salzburger Fremdenführer bieten der einheimischen Bevölkerung Blicke in bekannte Häuser, die normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Dieses Mal öffneten die Franziskaner Padres die Pforte zu ihrem Kloster. Man geht als Salzburger ziemlich oft an den Mauern des Gebäudes entlang, manchmal wirft man vielleicht auch einen Blick in die wunderbare Franziskanerkirche, die zu den beliebtesten sakralen Bauwerken der Stadt gehört, aber die Klosterräumlichkeiten des Bettelordens bleiben einem verborgen. Um so interessanter, wenn man einmal die Gelegenheit hat, für einen kurzen Zeitraum in das Klosterleben und vor allem in die Geschichte der Franziskaner einzutauchen. Auch der gegenwärtige Papst Franziskus entstammt diesem Orden.

Erstaunlich ist, in welchem bescheidenen Rahmen die Padres ihren Alltag verbringen. Im Kloster selbst findet man keinerlei Prunk und Protz, selbst der Gemeinschaftsraum wirkt sehr kahl und karg. Man konnte auch einen Blick in das Oratorium werfen, in dem ein großer Teil des Alltags verbracht wird.

Franziskanerkirche

Dafür ist die Kirche ein Ansammlung von kulturellen Reichtümern. Die Kirche besteht aus zwei Teilen, einer romanischen Langhaus-Basilika und einem gotischen Chor. Besonders imposant ist der große Hochaltar von Fischer von Erlach, der noch die Madonna mit dem Jesukind aus dem gotischen Michael-Pacher-Altar beinhaltet. Das Jesukind wurde im 19. Jahrhundert erneuert und das Originalköpfchen wird im Kloster aufbewahrt und wurde im Rahmen der Führung gezeigt.

So mancher Schatz findet sich auch in der beeindruckenden Bibliothek, die sich im klösterlichen Bereich befindet.

Besonders Interessant dürfte auch die jüngere Geschichte des Klostergebäudes sein. Es diente von 1938 bis 1945 der Gestapo als Unterkunft und wurde teilweise auch als Gefängnis verwendet. Nach dem Krieg wurde im Haus ein Rundfunksender untergebracht und der ORF Salzburg blieb bis 1973 in diesem Haus bevor es für den Klosterbetrieb wieder saniert wurde.