Wie hat doch Phineas Taylor Barnum (geb. 1810, +1891) die Menschen schon anno dazumal durchschaut! Als Zirkusdirektor mit Kuriosenkabinett war er geradezu prädestiniert dazu.

Unter „Barnum-Effekt“  versteht man die Fähigkeit zur Selbsttäuschung. Barnum-Aussagen sind vage und allgemein formuliert und jeder kann sich darin spiegeln und diese unklaren Formulierungen auf sich beziehen. Wissenschaftlich nennt man das übrigens „Verifikationsphänomen“.

Man nehme das tägliche Horoskop! Lauter Barnum-Formulierungen! Unverbindlich, allgemein gültige Aussagen, die auf jeden zutreffen können!

Doch, ach, wie fühlen wir uns da persönlich angesprochen!

Auch Wahrsager(innen) verstehen viel vom „Barnum-Effekt“ und sind Meister von „sowohl als auch“ Aussagen.

Apropos Horoskop:

1968 hat der frz. Psychologe M. Ganquelin an 150 Personen ein Persönlichkeits-Horoskop gesandt, mit dem Hinweis, es wäre ganz speziell nach den persönlichen Geburtsdaten des Empfängers erstellt worden.

In Wahrheit erhielten alle 150 Personen ein und dasselbe Horoskop. Und was die Teilnehmer auch nicht wussten: Das Horoskop hatte sich der Psychologe bei einem namhaften Astrologen aufgrund der Geburtsdaten eines Serienmörders erstellen lassen.

Der Psychologe bat die Versuchspersonen, ihr persönliches Horoskop genau zu lesen und ihm zu sagen, ob die darin beschriebenen Eigenschaften, auf sie zutreffen würden.

Das Ergebnis war:  94 % der 150 Befragten sahen sich darin optimal beschrieben und erkannt!!!!

Im Persönlichkeitshoroskop eines Massenmörders?! Ah geh?

Hurrah, hurrah, jetzt glaub i’s a!

In die Zukunft blicken ist wissenschaftlich unmöglich, dennoch florieren – dank Barnum-Effekt – die Umsätze von Wahrsagern, Kartenlegern und Astrologen