Kathrin Münzner, Obfrau Integration Chances AustriaHeute führt Vitalmagazin ein spannendes Interview mit Kathrin Münzner, Obfrau des Vereins „Integration Chances Austria“. Die weltoffene und charmante Salzburgerin, wird uns im Rahmen des Interviews einen Einblick hinter die Kulissen des Vereins „Integration Chances Austria“ gewähren. Sie erfahren gleichzeitig auch, in welcher Form sich der Kulturverein auf der Informationsbörse am 10. 10, in der Tribühne Lehen präsentieren wird.

Gemeinsam mit ihrem Mitstreiter Mag. Michael Schaller versucht Frau Münzner das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Migrantinnen zu vertiefen bzw. an mancher Stelle überhaupt zu schaffen. Wir sind gespannt auf das Interview und legen auch gleich los:

Vitalmagazin: Seit wann besteht der Verein „Integration Chances Austria“ und wie ist die Idee dazu entstanden?

Kathrin Münzner: Der Verein besteht offiziell nun seit Jänner 2013. Die Idee dazu entstand schon lange vorher, in den „Nullerjahren“ im Lernstudio Mag. Michael Schaller durch Gespräche mit Schülern im Deutschkurs. Daraus ging hervor, dass viele Fragen zu Amtsgängen haben und generell Informationsbedarf hinsichtlich vieler Dinge, z. B. Kinderbetreuung besteht. Ein großes Bedürfnis nach sozialen Kontakten und Austausch untereinander sowie mit den ÖsterreicherInnen hat damals zu den ersten Stammtischen nach den Kursen geführt. Schlussendlich haben wir uns hingesetzt und besprochen, wie man unterstützen kann und dies war der Grundstein zur Vereinsgründung.

Vitalmagazin: Kann man „Integration Chances Austria“ als Kulturverein bezeichnen? Was sind die Kerninhaltspunkte?

Kathrin Münzner: Ich denke schon, dass man ICA auch als Kulturverein bezeichnen kann. Wir sind natürlich bemüht, unseren Mitgliedern einen Einblick in die österreichische bzw. Salzburger Kultur zu geben, was durch Ausflüge und die beliebten Salzburg-Rallyes (siehe Programm unten) auch ganz gut gelingt!

Die Aktivitäten von Integration Chances Austria sind vielseitig:

  • Stammtische, Konversationsrunden, gemeinsame „Public Viewings“ von Sportevents (1-2 X pro Monat)
  • Veranstaltungen: 1 große Sommerparty, 1 große Weihnachtsparty, Oktoberfest
  • Salzburg-Rallye & Ausflüge in die österreichische Kultur: Sport, Wandern, Besichtigungen, z. B. Bowling, Fußball, Freilichtmuseum (jeden zweiten Monat)
  • Ermäßigung auf Deutsch-Sprachkurse im Lernstudio Mag. Schaller (-20 %!)
  • “Improving Visions”: Bewerbungscoaching & Mentoring (1 X pro Monat)
  • Psychologische Beratungsstunde (1 X pro Monat)

Vitalmagazin: Wie gestaltet sich die Präsenz von „Integration Chances Austria“ auf der Informationsbörse? Was werden Sie dem interessierten Publikum präsentieren?

Österreichischer Integrationsfonds:

Besuchen Sie die Informationsbörse am 10. Oktober 2014, in der Tribühne Lehen 

Kathrin Münzner: Wir sind auf der Informationsbörse natürlich mit einem Stand vertreten. Wir präsentieren dort Videos unserer Salzburg-Ralleys und unserem „Improving Visions“ Projekt, stellen unser Programm im Detail vor und stehen unseren Besuchern gerne persönlich für Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Desweiteren werden Mitglieder anwesend sein, deren Integration sehr erfolgreich verlaufen ist und die auch gerne über ihre Erfahrungen berichten. Es ist also für reichlich Bewegung und Abwechslung sowie Überraschungen gesorgt – auch haben sich in Österreich aktive und namhafte „Integrationsfiguren“ angekündigt und werden „mithelfen“, den Tag zu gestalten. Flyer zum Mitnehmen liegen ebenfalls auf! Vorbeischauen lohnt sich!

Vitalmagazin: Integration wird bereits seit vielen Jahren als brennend heißes politisches Thema gehandelt – was hat Sie persönlich dazu bewogen, einen Integrationsverein zu gründen? Muss man als Obfrau eines Integrationsvereins politisch Farbe bekennen? Was prädestiniert Sie dazu, sich für die Interessen von Migranten stark zu machen?

Kathrin Münzner: Wie schon erwähnt, ging aus Gesprächen mit vielen Migranten hervor, dass es meist nicht einfach für sie ist, sich zu integrieren. Aber die Leute wollen sich integrieren, sie wollen arbeiten, sie sind an unserer Kultur interessiert. Meistens scheitert es tatsächlich an fehlenden Information, an Hilfestellung oder aufgrund der sprachlichen Barriere. Dem muss man einfach entgegenwirken um gesellschaftliche Probleme, welche dadurch entstehen, einzudämmen. Herr und Frau Österreicher sind nicht allgemein alle fremdenfeindlich gestimmt, wie man ja an den kürzlichen Entwicklungen sehen kann. Das Verständnis und Mitgefühl für Flüchtlinge ist sehr wohl vorhanden. Manche sind oft nur skeptisch, wenn sich Migranten sozusagen „zusammenrotten“. Wobei man dazu sagen muss, dass es natürlich einfacher ist, selbst in einem fremden Land eigene Landsleute kennen zulernen. Es gibt keine kulturellen Unterschiede, keine sprachliche Barriere, man teilt vielleicht dasselbe Schicksal. Aber genau da muss man ansetzen. Man kann nicht erwarten, dass ein jeder Migrant sich komplett anpassen soll, wenn ihm die Möglichkeiten dazu nicht gegeben sind. Und genau diese wollen wir mit dem Verein bieten und somit die Integrationspolitik unterstützen.

Ich bekenne mich dazu, dass mir Integration und Bildung sehr wichtig ist. Dementsprechend wähle ich natürlich jene Partei, deren Ziele meinen Vorstellungen entsprechen.Kathrin Münzner, ICA
Wobei ich der Meinung bin, dass Politik und Gesetze alleine für erfolgreiche Integration nicht ausreichen. Mich interessiert vor allem auch der menschliche Aspekt. Warum kam ein Migrant/Flüchtling nach Österreich? Welche Strapazen hat er dafür auf sich genommen? Was alles aufgeben müssen? Man muss sich vor Augen führen, dass wir alle Menschen mit Wünschen, Hoffnungen und Bedürfnissen sind. Egal ob Österreicher, Grieche, Syrier…Und wenn man das bedenkt, muss man einfach helfen. Mein Lebensgefährte ist selbst Migrant, mein Freundeskreis multikulturell und ich habe persönlich erfahren, wie schwer der Weg der Integration ist. Und wenn es für mich als Österreicherin schon schwierig ist, die richtigen Information, zur richtigen Zeit, von der richtigen Stelle zu erhalten, wie soll das dann jemand schaffen bei dem auch noch die Sprache ein Problem darstellt? Ich denke dieses Verständnis, Mitgefühl sowie Menschlichkeit und großes Interesse an anderen Kulturen prädestinieren mich dazu, mich für Migranten und deren Interessen einzusetzen.

Vitalmagazin: Wie kann man Mitglied werden? Wen möchten Sie erreichen?

Kathrin Münzner: Mitglied werden geht ganz einfach! Entweder auf der Informationsbörse vorbeischauen und das Anmeldeformular ausfüllen oder online auf www.ica.topsites.at. Wir sind natürlich auch auf facebook vertreten. Sie finden uns unter www.facebook.com/groups/integrationaustria oder www.facebook.com/integration.austria.

Erreichen wollen wir in erster Linie alle Migranten, die entweder selbst Hilfestellung benötigen oder auch anderen Mitgliedern von ihren Erfahrungen berichten und dadurch Hilfestellung geben können. Wir freuen uns jedoch auch sehr über österreichische Mitglieder, denen Integration ebenso wichtig ist wie uns!

Vitalmagazin: Was sind Ihre Ziele bzw. Hoffnungen für 2015?

Katrin Münzner: Unser Ziel für 2015 ist es, viele neue Mitglieder zu motivieren uns aktiv bei der Vereinsarbeit zu unterstützen, damit wir unser Angebot stetig erweitern und somit möglichst viele Migranten erfolgreich integrieren können!

Vitalmagazin: Vielen Dank für das interessante Gespräch. Wir bewundern Sie für Ihr Engagement und wünschen Ihnen für 2015 viel Erfolg mit Integration Chances Austria.