Wenn die nahrungszentrierte Bedürfnisposition ihren Höhepunkt erreicht, dann … ja dann haben wir Hunger! Und wer steuert den Hunger? Der Magen denken Sie? Aber nein!  Zwar versucht er mitzureden, aber die eigentliche Schaltzentrale für „Hunger“ ist der Hypothalamus! 

Wenn das Gehirn nach Belohnung giert, dann sind wir in einer Bedürfnisposition!

Wenn uns der leckere Apfelstrudelduft in die Nase steigt, dann leitet das limbische System den verlockenden Duft direkt an Hypothalamus weiter und der flüstert dem langsameren Großhirn zu, dass er unbedingt davon haben will. Es ist wie ein „Stille-Post-Spiel„, nur viel rasanter. Und weil das Gehirn egoistisch und gierig ist, kommt der Magen gar nicht dazu zu sagen:

Eigentlich wäre ich schon satt

Des Magens Meldung trifft viel zu spät ein, da hat sich der Hypothalamus schon am süßen Gericht berauscht. So ist es tatsächlich! Biochemisch gesehen. Denn Speisen mit Fett und Zucker produzieren Glückshormone: Seratonin und Endorphine überschwemmen uns.

Jetzt sind wir glücklich, heiter und zufrieden. Gefühl und Essen sind ein in sich verlinktes System, wir können es nicht trennen.

Nicht umsonst gibt es Begriffe wie „Trostessen oder neudeutsch denEmotional Eater.  Was besagt, dass problematisches Essverhalten tief in der Psyche verwurzelt ist. Jeder von uns ist ein Emotional Eater. Mehr oder weniger ausgeprägt. Nur das „wie“ ist unterschiedlich. Trostessen wird bereits in der Kindheit konditioniert, etwa wenn eine Mutter ihr Kleinkind immer mit Keksen beruhigt. Es gibt aber auch Wissenschaftler, die überzeugt sind, dass Fehler in der Signalkette des Gehirns daran schuld sind, wenn es in Stresszeiten nicht wahrnimmt, dass bereits ausreichend Glukose zirkuliert.

Auch wenn uns der Verstand sagt, dass wir bereits ausreichend mit Nahrung versorgt sind, das Gehirn zieht im Hintergrund die Fäden und lässt sich diese Machtstellung nur widerwillig wegnehmen. Aber wir können den Nucleus accumbens – das Belohnungszentrum –  umprogrammieren, denn nicht nur Süßes  bringt uns in ein Stimmungshoch.

Auch Sport setzt Endorphine und Seratonin frei!

Nur wenn wir unkonzentriert und nebenbei vor uns hin essen, dann übernimmt das gierige Hirn die Herrschaft. Sind wir aber achtgeben und kontrollieren, was und wie wir essen und bei welcher Stimmungslage wir essen, nur dann wird das gierige Hirn nicht die Herrschaft über unser Essverhalten übernehmen können. Mit Aufmerksamkeit dem Hirn Paroli bieten, das fängt schon beim Einkauf im Supermarkt an. Schon da flüstert es uns zu, wonach wir greifen sollten. „Erinnere dich, wie gut die Schokolade war, an der du jetzt gerade vorbeikommst„, souffliert es uns zu.

Wenn Ratio und Vernunft hellwach sind, gehen wir an dem kleinen Trösterchen vorbei.

Vielleicht hilft es zu wissen, dass eine Studie aus Amerika belegt, dass vorwiegend Menschen mit geringerem sozialen Status zu den ungesunden, großen Kalorienbomben und Fastfood greifen.  Damit kompensieren  sie ihre Unzufriedenheit und ihr fehlendes Selbstbewusstsein!

Aha, beim Einkauf zeigt sich bereits,  welcher sozialen Schicht man zugehörig ist?!

Auch Nahrungsmittelkonzerne und Werbung haben es auf unsere unbewusste Stimmungslage abgesehen. Sie wollen uns genauso übertölpeln wie unser gieriges Gehirn. Daher gilt: bewusstes, aufmerksames und kritisches Einkaufen. Interessant ist außerdem:

Schlanke, sportlich Trainierte essen oft vielmehr als jene, die mit dem Gewicht kämpfen.

Dieses Geheimnis kann ich lüften: Sport erzeugt etwa doppelt so viele Mitochondrien in jeder Körperzelle. Körperzellen, die nicht gefordert und trainiert werden, beinhalten nur halb so viele.  Mitochondrien, wie wir wissen,  sind die Kraftwerke unserer Zellen, die den Fettstoffwechsel ankurbeln.

Und – nach Adam Riese – doppelt so viele = doppelte Leistung.

Und das ist das Wichtige am Sport, sind nicht die Kalorien, die wir dabei verbrennen, nein, die Kraftwerksdichte in den Zellen ist das Entscheidende!

Übrigens: Wenn jetzt Ihr Hypothalamus nach dem oben erwähnten „Apfelstrudel“ schreit, versuchen Sie doch die folgenden Köstlichkeiten von „Geschmeidige Köstlichkeiten„: