In einer nicht-repräsentativen Facebook-Schnellumfrage haben wir Salzburgerinnen und Salzburger über Fehlgriffe bei der Weihnachtsgeschenksauswahl befragt und es traten dabei recht interessante Aspekte zum Vorschein. Dabei meldeten sich insbesondere Frauen zu Wort, was entweder darauf schließen lässt, dass Frauen die einfühlsameren Schenkerinnen sind oder Männer das genügsamere Geschlecht.

Kommen wir aber zum Ursprung und der Psychologie des Schenkens:

Es liegt auf der Hand, dass das „Schenken“ ein kulturhistorisch gesehen relativ neuer Trend ist, da dem „gemeinen Volk“ bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts die Mittel fehlten, über die Erfüllung der eigenen Grundbedürfnisse hinaus, etwas freiwillig zu „geben„. Man schenkte also genau das, was heute als verpönt gilt, nämlich das Praktische: warme Wintersachen zu Weihnachten, ein Küchenmesser, eine Krawatte zur Festigung des Status, Kekse, um überlebensnotwendigen Winterspeck anzusetzen oder dann die Waschmaschine. Meine Großeltern mütterlicherseits, ganz nebenbei erwähnt, brachten übrigens die ersten Waschmaschinen nach Salzburg, während die Großeltern väterlicherseits nach dem Krieg auf warme Winterbekleidung und praktische Lederhosen im Sommer setzten. Ja so erdverbunden dachte man kurz nach dem Krieg!

Fühlen Sie sich also geehrt und wirklich geliebt, wenn sie anstatt des x-ten elektronischen Gadgets warme Baumwollsocken unter dem Christbaum vorfinden.

Dieser Schenker meinte es also wirklich gut mit Ihnen und er signalisiert Ihnen damit, dass Sie sich auf ihn auch in Krisenzeiten verlassen können.

Dennoch scheint der Schenker heute – nonanet – mit Luxus besser beim Beschenkten punkten zu können. Die Heiligen Drei Könige, um noch einmal weiter zurückzublicken, hätten mit dem Praktischen, also etwa Windeln für das Christuskind mehr Bodenständigkeit beweisen können. Nein aber Weihrauch, Gold und Myrrhe als Geschenke symbolisieren nicht nur einen königlichen Status, sondern rechtfertigen eben auch den weiten Weg, den die drei Weisen auf sich nahmen, um dem Heiland gebührend zu huldigen. Danke für den Hinweis übrigens, Herr Mag. Peter Tischler!

Großzügig zu sein wie ein König, muss man sich aber erst einmal leisten können!

Was also dann heuer noch schenken, wenn „man“, „frau“ und „kind“ schon ALLES hat. Der Gutschein oder das Geld eröffnet individuelle Freiheiten, wird aber von dem einen oder anderen Beschenkten auch oft als Einfallslosigkeit abqualifiziert. Also dann lieber doch „schnell etwas kaufen“? Nicht unbedingt! Mit etwas „Persönlichem“ Freude zu schenken, kann ein königlicher Weg sein. So verschenke zum Beispiel ich heuer „Selbstgebackenes“ in Form von selbst geschriebenen Weihnachtsgeschichten sowie Selbsterfahrungsbüchern. Und Sie, werte Leserin und werter Leser, beehren wir eben auf dem Weg dieses Artikels und wünschen Ihnen nahezu immateriell einfach ein bezauberndes Weihnachtsfest!

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